- Einstieg ins Anlegen
- Anlegen
FuW-Börsenspiel 2026
Anlegen ohne Risiko: Im FuW-Börsenspiel 2026 verwalten Sie während rund acht Wochen ein virtuelles Aktienportfolio und messen sich mit anderen Börsenbegeisterten. Profitieren Sie hier von regelmässigen Marktupdates, wertvollen Expertentipps und spannenden Einblicken in die Strategien von Profis, um Ihr Anlagewissen praxisnah zu erweitern.
30.09.2026
In diesem Beitrag
Das Wichtigste in Kürze
Sie investieren mit virtuellem Kapital zu realen Marktpreisen
Setzen Sie Ihr Spielportfolio aus Schweizer und US-Aktien zusammen
Testen Sie Strategien und sammeln Erfahrungen ohne Risiko
Gewinnen Sie attraktive Preise
So funktioniert's
Beim FuW-Börsenspiel 2026 investieren Sie vom 1. Oktober bis zum 25. November mit virtuellem Kapital in ein Aktienportfolio und testen Ihre Anlagestrategie unter realen Marktbedingungen. Melden Sie sich kostenlos an, erstellen Sie Ihr Portfolio und treten Sie gegen andere Mitspielerinnen und Mitspieler an. Ziel ist es, in den acht Wochen die bestmögliche Performance zu erzielen und sich im Ranking mit anderen Teilnehmenden zu messen. Begleitet wird das Börsenspiel von regelmässigen Marktupdates, Expertentipps und spannenden Einblicken in die Strategien von Anlageprofis und Ambassadoren. So sammeln Sie wertvolle Anlageerfahrungen, ganz ohne finanzielles Risiko, und haben die Möglichkeit, von attraktiven Preisen zu profitieren.
Am Ball bleiben mit den Marktupdates
Sie haben Ihr Spielportfolio erstellt – ein wichtiger erster Schritt! Unsere Marktupdates zeigen Ihnen, wie Sie die Entwicklungen an den Märkten besser verstehen und Ihre Spiel-Strategie weiterentwickeln können.
30. September 2026: Startportfolio der Künstlichen Intelligenz
Wie unabhängig ist KI? Ist es Zufall, dass die grösste Position in unserem KI-Portfolio Nvidia ist, selber ein Überflieger der Branche? Um das Startportfolio für unsere «Raiffeisen AI Selection» zusammenzustellen, haben wir den Prompt (siehe Beitrag vom 25. September) in CoPilot eingegeben. CoPilot setzt gezielt auf Titel mit starkem Momentum, KI-Exposure, positiven Gewinnrevisionen und Potenzial für Kursüberraschungen. Qualität und Momentum sind bei seiner Auswahl wichtiger als Bewertungen und Dividenden.
Das KI-Startportfolio besteht aus folgenden zehn Aktien (sämtliche Erklärungen stammen ebenfalls direkt von CoPilot):
Nvidia (20%)
Der wichtigste Profiteur des weltweiten KI-Infrastruktur-Booms; wenn der KI-Trend weiterläuft, bleibt Nvidia oft die erste Anlaufstelle der Anleger.
Palantir (15%)
Zeigt aussergewöhnliches Umsatz- und Gewinnwachstum dank KI-Plattformen und gehört aktuell zu den stärksten Momentum-Titeln am US-Markt.
CoreWeave (10%)
Reiner KI-Infrastruktur-Play; die Aktie reagiert überdurchschnittlich stark auf Investitionen in Rechenzentren und KI-Modelle.
AppLovin (10%)
Einer der stärksten Nasdaq-Performer der letzten Jahre; das KI-gestützte Werbegeschäft wächst weiterhin dynamisch.
Broadcom (10%)
Profitiert sowohl von KI-Chips als auch von Netzwerk-Infrastruktur und kombiniert Wachstum mit hoher Profitabilität.
Constellation Energy (10%)
Der steigende Strombedarf von Rechenzentren und KI-Anwendungen macht Energieversorger mit Nuklear-Assets besonders interessant.
VAT Group (10%)
Der Schweizer Hebel auf den Halbleiterzyklus; profitiert direkt von höheren Investitionen in Chipfabriken.
Swissquote (5%)
Steigende Handelsaktivität und die hohe Krypto-Affinität sorgen für zusätzliches Gewinnpotenzial.
Lonza (5%)
Nach einer längeren Schwächephase besitzt die Aktie Erholungspotenzial, wenn die Nachfrage in der Pharma-Produktion anzieht.
Shopify (5%)
Stark positioniert im E-Commerce und bei KMU-Software; kann in Wachstumsphasen deutlich stärker steigen als der Gesamtmarkt.
30. September 2026: Startportfolio von Sinisha Lüscher
Sinisha Lüscher, Schweizer Spitzenschwinger und Privatkundenberater bei der Raiffeisenbank Zofingen, hat klare Prinzipien, wenn es ums Anlegen geht: Global ausgerichtet und breit diversifiziert sollte ein Portfolio sein. Und wer kann, sollte den langen Anlagehorizont ausnutzen. Diesen hat er beim Börsenspiel nicht, denn dieses dauert nur gerade acht Wochen. Sein Startportfolio basiert auf starken Schweizer Aktien, ergänzt durch US-Technologieaktien. Folgende zwölf Titel hat Sinisha ausgewählt: Holcim, BKW, ABB, Swatch Group, Swiss Re, Swiss Prime Site, Logitech, Swiss Life, Apple, Meta, Netflix und Nvidia.
30. September 2026: Startportfolio von Antoine Diserens
Antoine Diserens, Leiter der Aktienanalyse bei Raiffeisen Schweiz, setzt zu Beginn des Börsenspiel auf ein diversifiziertes Portfolio von 16 Titeln. Dabei handelt es sich um ein Schweizer Kerndepot mit Schwerpunkt Healthcare, wo Antoine als Healthcare-Analyst über ausgeprägte Erfahrung und analytische Kompetenz verfügt. Ergänzt wird sein Portfolio um eine gezielte Beimischung von KI-Titeln.
Als roter Faden ziehen sich die Zulieferer der zwei grossen Wachstumswellen der Branche, Biologika und GLP-1 durch das Portfolio. Dabei geht es um Auftragsfertigung, Peptide, sterile Abfüllung, Injektionssysteme. Diese Unternehmen verdienen am Volumen, unabhängig davon, welches Medikament sich durchsetzt. Dazu kommen Qualitätstitel mit Preissetzungsmacht.
Die KI-Beimischung nutzt das Momentum im Ausbau der Rechenzentren – es geht dabei bewusst um eine Momentum-Wette, nicht um die Bewertung. Ausgewählt wurden die Aktien nach Margenschutz: eigene spezialisierte Chips, Oligopolstellungen, Software mit hoher Bruttomarge, Energie. Bei zyklischeren Titeln begrenzt das Gewicht das Risiko.
Die übrigen Schweizer Titel bringen Industrie-Qualität und Stabilität. Zudem hat Antoine primär Titel berücksichtigt, die in der Periode des Spiels einen Termin für einen Katalysatoren haben. Dazu gehören Quartalszahlen oder Investorentage.
Das Depot bleibt dem Investment-Ansatz einer soliden Diversifikation treu, fokussiert aber etwas stärker auf Momentum und Revisionen.
Die Details zur Aktienauswahl, die Gewichtung im Portfolio sowie für einen Analysten üblich einen kurzen «Investment-Case» finden Sie hier:
Galderma, 9%
Reiner Dermatologie-Titel mit starker Marktstellung in Ästhetik und Hautpflege. Zweistelliges Umsatzwachstum und Preissetzungsmacht; starke Nemluvio-Wachstumsraten, wenig Patent-Risiken. Höchste Überzeugung im Healthcare-Block.
Lonza, 8%
Auftragsfertiger für Biologika – verdient an der Pipeline der ganzen Branche statt an einem einzelnen Medikament. Stark bei ADCs und neuen Small Molecules. Kapazitätsausbau trifft auf steigende Nachfrage, US-Ausbau sollte globale führende Rolle stärken.
Ypsomed, 7%
Injektionssysteme (Pens, Autoinjektoren) für Selbstmedikation – direkter Zulieferer der GLP-1-Welle, mit langfristigen Kundenverträgen. Der ausgewiesene Umsatzrückgang kommt aus dem Verkauf des Diabetes-Geschäfts; die leicht gesunkenen Gewinnschätzungen sind das Risiko dieser Position. Endmarkt der Devices wächst aber zweistellig.
Roche, 6%
Qualitätsanker des Depots: Pharma und Diagnostik aus einer Hand, breite Pipeline, hohe Margen. Läuft kaum mit dem übrigen Depot mit und stabilisiert es damit. Neuste Pipeline-Daten sehr positiv.
Sandoz, 6%
Generika und Biosimilars: Patentabläufe der Originalpräparate sind planbares Wachstum. Defensiver Baustein im Healthcare-Block mit tiefer Bewertung. Neue 2030 und 2035 Ziele sind ambitioniert.
Skan, 6%
Isolatoren und Anlagen für die sterile Abfüllung. Profitiert von jedem neuen Werk für Biologika und Injektabilia; Portfolio-Optimierungen beginnen positiv zu treiben. Nischenführer mit hohen Eintrittshürden.
Bachem, 5%
Peptid-Hersteller und damit Zulieferer der GLP-1-Wirkstoffe. Kunde für Sisslerfeld gefunden. CagriSema/Novo mit Neuausrichtung. Oligonukleotide kommen auf. Investorentag vom 26. November.
Micron, 8%
Hochleistungsspeicher (HBM) ist ein Engpass der KI-Rechenzentren. Bestplatzierter Titel des Depots in der Selektion, mit steigenden Gewinnschätzungen. Speicher bleibt zyklischer als die übrigen KI-Titel – der Margenschutz kommt aus den langfristig vereinbarten HBM-Volumen, nicht aus der Marktstruktur.
Alphabet, 7%
Eigene KI-Chips (TPU), eigene Modelle und Cloud – senkt die Kosten pro Rechenleistung und schützt die Marge. Hyperscaler mit breitem Geschäftsmodell. Die Suche liefert den Cashflow, der den Ausbau finanziert.
Broadcom, 5%
Eigene KI-Chips (ASICs) für die grossen Rechenzentrumsbetreiber und führend bei Netzwerktechnik; dazu Infrastruktur-Software. Die höchsten Margen unter den KI-Titeln – Margenschutz durch Kundenbindung und Technologievorsprung.
Lam Research, 5%
Teil des Oligopols bei Anlagen zur Halbleiterfertigung (Ätzen, Abscheidung). Jede neue Speicher- und Logikgeneration für KI braucht mehr dieser Schritte; Margenschutz durch Marktstruktur.
Palantir, 5%
Software-Plattform, die KI in Unternehmen und Behörden produktiv macht. Security, globale Geopolitische Risiken stärken das Geschäft. Sehr hohe Bruttomarge und starkes Momentum; die hohe Bewertung ist das bewusste Risiko dieser Position.
Baker Hughs, 6%
Gasturbinen und Energietechnik für die Stromversorgung der Rechenzentren und für LNG – das KI-Thema über die Energie. Läuft gegenläufig zum übrigen Depot und streut damit das Risiko.
Holcim, 6%
Baustoffe mit Fokus auf Europa und Lateinamerika nach der Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts. Attraktive Bewertung und solide Qualität; starke Kostenkontrolle und Aktionärsrendite. Gegengewicht zu den Wachstumstiteln.
Sika, 6%
Bauchemie mit Preissetzungsmacht und globaler Aufstellung. Globaler Partner für Tech-Firmen und ihren Rechencenter-Aufträgen. Schweizer Industrie-Qualität als Ergänzung zum Healthcare-Kern.
Swiss Life, 5%
Lebensversicherer mit verlässlicher Ausschüttung. Ruhigster Titel im Depot und kaum mit dem Rest korreliert – dämpft die Schwankungen. Steigende Zinsen zwar für Immo-Geschäft eher negativ, für Leben-Bereich aber unterstützend.
30. September 2026: Startportfolio von Andri Ragettli
Wenig Freestyle und ausnahmsweise auch wenig Diversifikation, dafür mit umso mehr Risiko. So kann man die Strategie des Schweizer Freestyle-Skifahrers Andri Ragettli für das Börsenspiel kurz zusammenfassen.
Mit diesen sechs Titeln geht Andri ins Rennen: Amazon, Apple, Meta, DiamondEnergy, Nvidia und Amgen.
30. September 2026: Startportfolio von Johannes Hänggi
Bei der Zusammenstellung seines Startportfolios setzt Johannes Hänggi, unser Lernender von der Raiffeisenbank Siggenthal-Würenlingen, stark auf die technische Analyse. Dabei spielen zwei Kriterien eine Hauptrolle: Entweder vollzieht ein Titel einen Retest eines früheren Hochs (die Aktie hatte dort bereits einen Höhepunkt erreicht und bewegt sich nun wieder auf dieses Niveau zu), oder der Titel nähert sich von oben dem geglätteten gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Wochen (Weekly SMMA 200). Dieser zeigt den langfristigen Trend einer Aktie und filtert kurzfristige Marktbewegungen heraus. Eine Annäherung von oben an diesen Durchschnitt gilt für Johannes als positives Signal für eine kurzfristige Kehrtwende.
Ausserdem setzt er auf weitere Techniken der technischen Analyse, beispielsweise auf Widerstände mittels Trendlinien oder auf symmetrische Dreiecke.
Konkret startet Johannes mit folgenden fünf Positionen in seinem Portfolio:
Intuitive Surgical (25%)
Der Kurs kommt auf den Weekly SMMA 200 zurück. Ausserdem erfolgt ein Retest der Hochs aus den Jahren 2021 und 2023 sowie die Ausbildung eines Doppelbodens über den Sommer.
Walmart (20%)
Retest eines Hochs aus dem Jahr 2025.
Palantir (15%%)
Retest des Hochs vom August 2026.
CoreWeave (15%)
Ausbildung einer Trendlinie mit Widerstand über das zweite und dritte Quartal 2026.
Nebius (15%)
Ausbildung eines symmetrischen Dreiecks im Jahr 2026.
Cash (10%)
Für die möglicherweise holprigen Zeiten.
25. September 2026: rAIffeisen – So gut investiert Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz (engl. Artificial Intelligence, kurz AI) ist in aller Munde. Wie ihr Einsatz bei der Auswahl von Aktien funktioniert, ist umstritten. Das Börsenspiel der Finanz und Wirtschaft ist somit eine ideale Möglichkeit, die Investment-Fähigkeiten von CoPilot, der KI von Microsoft, auf Herz und Nieren zu prüfen. Dazu haben wir folgenden Prompt geschrieben:
#Rolle: Du bist ein interessierter Anleger, hast Erfahrung im Investieren und bist risikofreudig.
#Aufgabe: Ich mache an einem Börsenspiel mit, bei dem ich aus den grössten und liquidesten Aktien des Swiss Performance Index sowie dem Nasdaq 100 ein Portfolio zusammenstellen muss. Die Titelauswahl findest du im angehängten Excel-File.
#Kontext: Das Börsenspiel dauert 8 Wochen. Gewinner ist, wer die besten Aktien auswählt. Aktien dürfen einmal pro Tag ausgewechselt werden.
#Ergebnis: Stelle mir ein Portfolio mit mindestens 5 und maximal 20 Aktien zusammen, mit der höchsten Wahrscheinlichkeit, dass diese gewinnen. Die einzelnen Aktien können im Portfolio ganz unterschiedlich gewichtet sein. Kein Titel darf eine höhere Gewichtung als 20% haben. Nenne mir zu jeder Aktie ein kurze Begründung, ein Satz, weshalb du diese ausgewählt hast.
Nach Rücksprache mit der KI und weil es sich explizit um ein Spiel handelt, wird das Portfolio einmal in der Woche von KI durchleuchtet und allenfalls angepasst.
24. September 2026: Sinisha Lüscher – Mit Bodenständigkeit zum Kranz
Bodenständigkeit, Disziplin und klare Werte prägen den Schwingsport. Doch gelten diese Eigenschaften auch beim Investieren? Schwinger und Kundenberater Sinisha Lüscher verrät, welche Rolle Risiko, Diversifikation und langfristiges Denken in seinem Anlagestil spielen.
Sinisha, Schwinger gelten als bodenständig. Trifft das auch für deinen Anlagestil zu?
Nicht ganz. Ich persönlich denke, man muss risikoreich, global und diversifiziert investieren – besonders, wenn man jung ist. Denn da profitiert man von einem langen Anlagehorizont.Du bist sowohl Schwinger als auch Kundenberater bei der Raiffeisen. Investierst du selbst so, wie du es deinen Kunden empfiehlst? Wo liegen die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede?
Schwierig zu sagen. Ich denke, jede Person hat andere Bedürfnisse und Ziele und damit verbunden einen anderen Anlagehorizont oder eine andere Risikobereitschaft. Als Berater geht es mir darum, genau diese individuelle Ausgangslage meiner Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Was ich aber allen empfehle, ist eine breite Diversifikation sowie den Anlagefokus auf Fonds, statt auf Einzeltitel zu legen. Das ist die Grundlage für einen langfristig erfolgreichen Vermögensaufbau.Was ist für dich das Wichtigste beim Geld anlegen?
Ganz klar: ein langer Anlagehorizont und die Berücksichtigung der individuellen Risikotoleranz.Mit was für einem Portfolio willst du beim Börsenspiel in den Schlussgang kommen?
Durch die kurze Dauer von nur acht Wochen rücken wohl meine gewohnten Anlageprinzipien etwas in den Hintergrund. Mein Spielportfolio wird auf starken (Schweizer) Einzeltitel beruhen… vielleicht gespickt mit der einen oder anderen Überraschung.Danke Sinisha. Das letzte Portfolio, das wir an dieser Stelle vorstellen werden, basiert auf Künstlicher Intelligenz. Wie wir damit die Gelder investieren, erläutern wir im Beitrag von morgen.
23. September 2026: Antoine Diserens – Mit Disziplin zum Anlageerfolg
«Eine gute Aktie und ein gutes Unternehmen sind nicht dasselbe.» Antoine Diserens, Leiter Aktienresearch bei Raiffeisen Schweiz zeigt, worauf Anleger achten sollten, um erfolgreich zu investieren.
Antoine, als Aktienanalyst sollte es dir leichtfallen, die Gewinneraktien im Börsenspiel herauszupicken. Stimmt das?
Nicht unbedingt. Wenn das so einfach wäre, wären alle Analysten dauerhaft unschlagbar. Als Aktienanalyst beschäftige ich mich zwar täglich mit Unternehmen, Geschäftsmodellen und Bewertungen. Das hilft dabei, langfristig attraktive Anlagen zu identifizieren, erhöht die Wahrscheinlichkeit guter Anlageentscheidungen und reduziert Risiken. Es garantiert aber keine kurzfristigen Kursgewinne. Ein Börsenspiel hat aber meist einen kurzen Zeithorizont. Dort können Faktoren wie Marktstimmung, Nachrichtenfluss, politische Themen oder kurzfristige Trends sowie Momentum eine grössere Rolle spielen als die fundamentale Qualität der investierten Unternehmen.Wo liegt die Schwierigkeit?
Die grösste Herausforderung besteht darin, zwischen einem guten Unternehmen und einer guten Aktie zu unterscheiden. Ein Unternehmen kann operativ hervorragend unterwegs sein, während dies bereits vollständig im Aktienkurs eingepreist ist. Umgekehrt können Aktien positiv überraschen, obwohl die Ausgangslage zunächst wenig spektakulär erscheint.Hinzu kommt, dass die kurzfristige Kursentwicklung oft stärker von makroökonomischen oder politischen Faktoren, Zinserwartungen, dem Momentum oder Marktpsychologie beeinflusst wird als von den Fundamentaldaten eines einzelnen Unternehmens. Und schlussendlich hängt es davon ab, wie die Marktteilnehmer all diese Themen bewerten. Dies gilt es alles zu berücksichtigen.
Warren Buffett hat einmal zwei Börsenregeln aufgestellt: «Erstens, verliere niemals Geld. Zweitens, vergiss niemals Regel Nummer 1.» Wie macht man das am besten beim Investieren?
Auch wenn es das oberste Ziel ist, Verluste lassen sich an der Börse nie vollständig vermeiden. Der Anspruch ist, das Risiko dauerhafter Kapitalverluste zu begrenzen.Das gelingt aus meiner Sicht vor allem durch drei Prinzipien:
- Investitionen in Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen und soliden Bilanzen
- Eine ausreichende Diversifikation statt übermässiger Konzentration auf einzelne Titel
- Geduld und Disziplin, auch wenn die Märkte kurzfristig schwanken
Langfristiger Anlageerfolg entsteht selten durch spektakuläre Einzelwetten, sondern viel mehr durch konsequentes Risikomanagement und einen langen Anlagehorizont. Dies widerspricht etwas dem Grundgedanken des Börsenspiels, wo es um die Auswahl kurzfristiger Gewinner geht
Was macht deine Aktienauswahl am Börsenspiel zum Gewinnerportfolio?
Wenn ich das heute schon sicher beantworten könnte, wäre das Börsenspiel vermutlich langweilig. Ich werde mich auch im Börsenspiel an dieselben Grundsätze halten wie in meiner täglichen Arbeit: Fokus auf Unternehmensqualität, Bewertung, Gewinnentwicklung und klare Investment-These. Das Thema Momentum werde ich sicherlich noch stärker berücksichtigen als sonst. Ob daraus tatsächlich das Gewinnerportfolio entsteht, wird letztlich der Markt entscheiden.Vielen Dank Antoine. Im nächsten Beitrag erfahren Sie mehr darüber, wie der Banker und Schwinger, Sinisha Lüscher, zum Thema Investieren steht.
22. September 2026: Andri Ragettli – So viel Freestyle steckt im Portfolio
Spitzensport und Investieren an der Börse scheinen mehr Gemeinsamkeiten zu haben, als es auf den ersten Blick scheint. Der Freestyle-Skier Andri Ragettli gibt uns einen Einblick in seine Anlagestrategie und erklärt, wie er seine Erfahrungen aus dem Sport auch beim Geldanlegen nutzt.
Andri, du bist Freestyle-Skier. Bist du auch beim Investieren «freestyle» unterwegs?
Nein, gar nicht. Beim Investieren gehe ich sehr strategisch vor. Das ist übrigens auch beim Free-Skiing eine meiner grössten Stärken. Viele verbinden Freestyle mit Spontanität und Risiko, aber hinter jeder Entscheidung steckt eine klare Strategie.Was macht deine Anlagestrategie aus?
Ich investiere breit diversifiziert, vor allem in Indexanlagen. Das passt mit meinem langen Anlagehorizont zusammen. Wie auch im Sport bin ich beim Anlegen nicht der, der das krasseste Risiko eingeht.Trotzdem wirken deine Sprünge, Stunts und Social-Media-Beiträge waghalsig. Wie funktioniert dein Risikomanagement?
Ich bin sehr überlegt und berechenbar – und zwar überall. Neben dem Körpergefühl ist auch das Bauchgefühl wichtig. Das gilt auch an der Börse.Wie gehst du beim Investieren mit Emotionen um?
Als Sportler hat man da wahrscheinlich einen Vorteil, weil man lernen muss, mit Emotionen umzugehen. In einer Karriere gibt es immer wieder Phasen, in denen es besser oder weniger gut läuft. Trotzdem ist es wichtig, dass du dein langfristiges Ziel weiterverfolgst.Wie aktiv schaust du in dein Portfolio?
Wahrscheinlich ein- bis zweimal pro Woche. Es gab auch schon Phasen, da habe ich öfters reingeschaut, aber aufgrund meines langen Anlagehorizonts ist das gar nicht nötig.Sportler wollen immer gewinnen. Mit welchem Portfolio willst du den perfekten Lauf ins Ziel bringen? Breit diversifiziert?
Nein, ausnahmsweise nicht. Um das Börsenspiel zu gewinnen, muss man Risiken eingehen. Acht Wochen sind ein sehr kurzer Anlagehorizont und entsprechen gar nicht dem, wie ich sonst investiere. Ich denke, in meinem Spiel-Portfolio setze ich wahrscheinlich stark auf US-Technologieaktien.Danke Andri. Im morgigen Beitrag erfahren Sie, worauf der Leiter des Aktienresearch bei der Raiffeisen Schweiz, Antoine Diserens, bei der Zusammenstellung seines Portfolios achtet.
21. September 2026: Johannes Hänggi – Der kontrollierte Zocker
Johannes Hänggi absolviert seine Ausbildung bei der Raiffeisenbank Siggenthal-Würenlingen. Er ist im dritten Lehrjahr und interessiert sich sowohl beruflich als auch privat fürs Investieren.
Johannes, du bist im dritten Jahr deiner Banklehre. Was fasziniert dich am Investieren?
Die Möglichkeit, das Geld langfristig durch eine Strategie zu vervielfachen und sich somit in der Zukunft ein zweites Standbein aufzubauen, macht das Investieren für mich attraktiv.Du bist am Anfang deiner Karriere. Siehst du dich eher als Zocker, der kurzfristige Opportunitäten sucht, oder als langfristig orientierten Investor?
Ich sehe mich überwiegend als kalkulierten Zocker. Auch wenn ich versuche, mein Geld aggressiv anzulegen, denke ich mir vor jedem Handel: «Würde eine grosse Institution diesen Kauf oder Verkauf so auch durchführen?»Wie würdest du deinen Anlagestil umschreiben?
Ich handle sehr selten. Wenn ich aber handle, dann wette ich gross auf meine Positionen. Meine Anlageentscheidungen beruhen stark auf technischer statt auf fundamentaler Analyse. Zudem bin ich Fan von langen Zeiträumen.Wie setzt du deine Strategie im Börsenspiel um?
Ich werde nach Aktien suchen, die auf dem HTF einen Retest eines Supports oder einer Resistance machen, sodass ich über diese Werte einsteigen kann. Jedoch kann es sein, dass sich keine der zur Auswahl stehenden Aktien in so einer Situation befindet. Dann werde ich meine Strategie anpassen müssen.Und wenn man das auf Deutsch erklären würde?
HTF bedeutet Higher Time Frame. Dabei achte ich auf die langfristige Kursbewegungen einer Wertschrift. Ein Support ist ein Kursniveau, bei dem eine Aktie während einer Abwärtsbewegung in der Vergangenheit nicht weiter gefallen ist. Solche Bereiche bieten oft gute Einstiegsgelegenheiten, da viele Anlegerinnen und Anleger bereit sind, auf diesem Niveau zu kaufen. Eine Resistance hingegen ist ein Kursniveau, an dem die Aufwärtsbewegung einer Aktie in der Vergangenheit gestoppt wurde.Danke Johannes. Im nächsten Beitrag erfahren Sie mehr über die Anlagepräferenzen von Andri Ragettli, dem Schweizer Freestyle-Skier.
16. September 2026: Die Raiffeisen-Portfolios und wer dahintersteckt
Ob Aktienanalyst, Lehrling oder Spitzensportler: Ein Anlageportfolio spiegelt immer auch persönliche Präferenzen seiner Besitzer. Dazu gehören insbesondere die Risikofähigkeit und die Risikobereitschaft. Um auf diese Eigenheiten einzugehen, konnten wir für das aktuelle Börsenspiel der Finanz und Wirtschaft vier unterschiedliche Teilnehmer gewinnen, die über ihre Anlagestrategie berichten und einen Einblick in die Portfolios geben.
Jüngster Anleger, der sein Portfolio offenlegt, ist Johannes Hänggi. Er ist im dritten Lehrjahr bei der Raiffeisenbank Siggenthal-Würenlingen und interessiert sich nicht nur beruflich, sondern auch privat fürs Investieren. Selber bezeichnet er sich als «kalkulierten Zocker».
Risiken scheinen beim Freestyle-Skier Andri Ragettli zum Beruf zu gehören. Noch wichtiger ist es, ebendiese Risiken zu steuern. Es wird also spannend, wie sich das auf sein Portfolio auswirkt.
Bei Antoine Diserens, dem Leiter des Aktienresearch bei Raiffeisen Schweiz, gehört das Abwägen von Chancen und Risiken zum Tagesgeschäft. Dabei achtet er auf Unternehmensqualität, Bewertung, Gewinnentwicklung und klare Investment-Thesen. Ob das auch kurzfristig im Börsenspiel zum Erfolg führt, wird sich zeigen.
Mit Sinisha Lüscher ist ein weiterer Spitzensportler in der Raiffeisen-Liga am Start. Schwinger gelten als bodenständig. Wir sind gespannt, ob sich das auch in seinem Portfolio spiegelt.
Um dem Spielcharakter des FuW-Börsenspiels gerecht zu werden, schicken wir auch ein Portfolio ins Rennen, das ausschliesslich von Künstlicher Intelligenz verwaltet wird. Das Portfolio wird systematisch einmal in der Woche geprüft und allenfalls angepasst.
Was unseren Protagonisten beim Investieren wichtig ist, erfahren Sie in der kommenden Woche
Jeffrey Hochegger
Anlagestratege, Raiffeisen Schweiz
Als Anlagestratege analysiert Jeffrey Hochegger das geopolitische und makroökonomische Umfeld sowie deren Auswirkungen auf die verschiedenen Anlageklassen.